Go Ghana

Dieses Flugzeug fliegt allerdings nicht mehr. Früher flog es für Ghana, jetzt ist es ein Restaurant und ich merkte es mir für den Tag meiner Abreise vor.

Beim Joggen am Strand von Kokrobite machte ich Bekanntschaft mit diesem Mann, der dort Häuser in der Hoffnung auf künftige Touristen baut. Er sagte, er könne am Abend für mich einen Fisch braten.

An Absturz dachte ich besonders bei diesem Klettersteig.

Den Inhalt meiner Geldkatze legte ich auf dem Hotelbett zum Trocknen aus.

"Our Lady of Lords" Pilgerstätte

Benjamins Bar

Und da mich Benjamin schon einmal in sein Reich mitgenommen hatte, fotografierte ich sogleich die Kasse. Schon in mehreren kleineren Geschäften Afrikas hatte ich gesehen, dass Geld völlig unsortiert in irgendwelchen Eimern oder Dosen gelagert wird...sieht irgendwie nicht nach ordentlicher Kassenführung aus.

Wir wollten schon aufgeben, da sah ich in letzer Minute ein Hinweisschild wie dieses, die sich an Kreuzungen zu hauf befinden...man beachte die Botschaft auf diesem Schild.

Bei der Startnummernausgabe konnte ich auch ein Ticket für den Shuttle zum Start für 20 Cedi erwerben. Die Dame im Hintergrund sorgte für das Finish der Finishertaschen...echte Handarbeit.

Bei der Anmeldung konnte man gegen Aufpreis auch ein Singlet bestellen...jetzt sah ich das Original...ein Umtausch war aber nicht mehr möglich, da sie nur begrenzt vorhanden waren...also mal wieder ein neues Baumwollshirt in meiner Sammlung, beim nächsten Mal bestelle ich dann das Singlet.

Diese Laufgruppe kam mir zweimal entgegen...musste also zwischenzeitlich auf ein Auto umgestiegen sein...der Trommler sorgte für Unterhaltung.

10 km waren geschafft...neben Wasser gab es auch Bananen. Kilometerschilder hingen mit einer Ausnahme nur an Verpflegungsstellen.

Tema begrüßte mich.

Mittlerweile wurde der Verkehr immer dichter.

2 Marathondebütanten...eine in Spanien lebende Niederländerin...und Paris - der zweite Deutsche im Rennen - war schon seit Monaten als Volunteer in Ghana und hatte sich bereits ans Klima gewöhnt.

noch ein Erinnerungsfoto mit Antoni

Die Zielverpflegung bestand aus Kokosnüssen.

Diese Männer waren nur so am Hacken. Für wen? Im Zielbereich und auch später bei der Siegerehrung hingen alle möglichen Fahnen...der Sieg ging heuer nach Togo.

Dieser Strand war nur Hotelgästen vorbehalten und Marathonläufer gehörten nicht dazu...

Als Beilage gibt es meist Banku oder Fufu. Den Unterschied habe ich nicht verstanden und auch nicht rausgeschmeckt.

Und in den naturbelassenen und noch nicht touriverseuchten Lokalen wird mit der Hand gegessen, z. B. Okra Soup.

Als Teil eines Palastes in Kpando - Gebäude sah zwar nicht danach aus, aber die Einheimischen nannten mir dieses Wort - sah ich diese Türüberschrift.

In den Kalenderwochen 38 und 39 hatte ich genehmigten Urlaub, und da spekulierte ich schon seit Monaten mit dem Marathon in Accra am 28. September 2014...der Zufall wollte es, dass in der Folgewoche niemand im Urlaubsplan eingetragen war, und auch die Woche 37 frei wurde...da ich im Sommer kaum noch nach Hause kam und entsprechend Überstunden angesammelt hatte, konnte ich daher auf 22 Werktage aufstocken.

Fast jeder warnte mich vor meiner Abreise vor Ebola...dabei wollte ich doch gar nicht nach Sierra Leone (Marathon für den 24. Mai 2015 ist bereits ausgeschrieben) bzw. Liberia (dortiger Marathon wurde gerade wegen diesem Virus auf den 25. Januar 2015 verschoben und jetzt ein weiteres Mal auf den kommenden August verlegt)...aktuelle Anmerkung: Der vorübergehend eingestellte Briefverkehr in diese Länder ist wieder möglich, Virusbekämpfung also in Sicht?...und jetzt dieses Plakat bei der Ankunft am Flughafen.

Die Idee mit Accra entwickelte sich vor 4 Jahren, als Schlafdieter beim After-Run-Dinner nach dem 0 Euro Ultra erwähnte, dass Air Berlin jetzt auch nach Accra flöge, und man ja dann mal dort günstig laufen könnte. Angereist war ich heuer aber mit den Briten.

An diesem Abend kam mir dann auch eine neue Idee. Für den Fall, dass der Taxifahrer während meines Essenfassens mit meinem Gepäck abhauen würde, fotografierte ich einfach das Nummernschild. Als der Taxifahrer das sah, wollte er umbedingt mit aufs Bild, und es entstand ein neues Foto mit ihm und seinem Auto. Aber wie entdeckte ich nun dieses Restaurant?

Wollte den Taxifahrer, welches mir mein Hotel schickte, nicht aus dem Bett schmeißen und hatte ihn erst einige Stunden nach meiner Ankunft um kurz nach fünf Uhr morgens bestellt. Ungestörtes Warten am Flughafen war aber nicht möglich. Gleich hinter der Passkontrolle wollte mir jemand helfen, meinen Rucksack zu finden und zu tragen, was ich aber auch alleine schaffte. Der "vermittelte" mich dann an jemand anderen, der mir erklären wollte, wie man am Besten durch den Zoll kommt. Beide hatten offizielle Westen vom Flughafen...also bereits bezahlte Angestellte? Als ich kein Trinkgeld gab für Dienste, die ich gar nicht verlangt hatte, verfolgten die mich in den Wartesaal. Also schnell aus dem Gebäude raus...jetzt wurde ich von Taxifahrern verfolgt...und als ich mich zu Fuß vom Flughafen entfernte, fuhren einige mir hinterher und hupten ständig.

Beim Joggen am Strand von Kokrobite machte ich Bekanntschaft mit einem Mann, der dort Häuser in der Hoffnung auf künftige Touristen baut. Er sagte, er könne am Abend für mich einen Fisch braten. Gewaschen wurden er und der Topf mit Meerwasser. In Kokrobite übernachtete ich preisgünstig in einer Hütte bei Big Milly's Backyard (Zitat von deren Homepage: "There is no Ebola in Ghana. Accra is more than 1000km from Monrovia.";)...entdeckt mangels Know-How-Reiseführer im Ghana-Reiseführer aus dem Peter Meyer Verlag. Den Kauf habe ich nie bereut.

In einer Bar am Strand entdeckte ich übrigens auch die allseits bekannte grüne Flasche aus Wolfenbüttel...allerdings als ich das Getränk bestellte, wusste die Bedienung nicht, was ich meinte.

Da die Fähre über den Voltastausee nicht fuhr, musste ich kurzfristig meine Reisepläne ändern. Ich verweilte längere Zeit in der Voltaregion und wanderte zu zwei Wasserfällen. Das geht natürlich alles nur mit Guide und Anreise per Taxi. Und da sind wir schon beim ersten großen Unterschied zu Ostafrika.

Man kann durchaus ein Taxi besteigen und bekommt später einen fairen und nicht übertriebenen Preis genannt. Und wäre man zu zweit oder dritt unterwegs, wären solche Ausflüge per Taxi für unsere Verhältnisse richtig günstig. Viele Taxifahrer fragen nach der Handynummer...das kann nervig werden...denn dann rufen sie jederzeit an, ob man mit ihnen irgendwohin fahren will (auch mal um 5 Uhr morgens).

Ein anderer Unterschied sind die Geldautomaten. Diese stehen teilweise ohne Schutz von Wachleuten einfach so an der Straße. Es gibt aber auch nicht immer viel zu holen. Es gab Tage, da bekam ich nur 10-Cedi-Scheine (zum Zeitpunkt meiner Reise <2,50€, jetzt in Zeiten des Euroverfalls etwas wertvoller) und musste die Kreditkarte mehrfach einsetzen. Einmal gab die Karte beim 3. Mal dann den Geist auf. Ich befürchtete schon, dass sie wegen Betrugsverdachts gesperrt wurde - was sich aber bei einer erneuten Abhebung mit dieser Karte einige Tage später nicht bestätigte - und musste eine andere Karte einsetzen. Einmal begann im Tro-Tro (so heißen hier die Kleinbusse) jemand etwas zu suchen. Er zählte dann sein Geld - mehrere 20-Cedi-Banknoten - und ich fragte mich, wo hat der die bloß her, schließlich hatte ich seit Tagen nur noch 10er erhalten. Ich war richtig neidisch auf ihn.

Bietet das Hotel kein Frühstück an, wird es schwierig. Denn außer hartgekochten Eiern und Brot gibt es dann nichts. Teetrinken scheint unbekannt zu sein. Dafür gibt es fast alles zu reellen Preisen ohne Bleichgesichteraufschlag. So kaufte ich einmal aus dem Busfenster Jams. Das Stück sollte 50 Pesewas kosten. Ich zückte eine 1-Cedi-Note und bekam 2 Jams in die Tüte. Als ich den angebotenen Chili ablehnte, gab mir die Dame noch einen dritten Jam...bloß nicht zuviel verdienen am weißen Mann.

Und dann war da noch die Kleiderordnung. Einige Männer fühlten sich sicherlich schick in ihrer Tracht, für mich sah das aber wie ein Schlafanzug aus. Auch in Gegenden die offensichtlich doch stark muslimisch geprägt sind, gingen einige Frauen doch relativ freizügig auf die Straße, ohne sich Ärger einzuhandeln. Und manchmal kam es auch vor, dass einem nackte Kinder entgegenkamen.

Kinder waren in Ghana ausgesprochen freundlich. Bettelei kam kaum vor. Das Land ist anscheinend noch nicht so Touriverseucht.

In Ghana wird geraucht, und einige Hotels haben sogar ausgewiesene Raucherbereiche. Eine Schachtel Zigaretten soll auch umgerechnet nur wenige Cent kosten, hat mir jemand beim Marathonlauf gesagt...hab im Geschäft aber nicht nachgefragt.

In Hohoe übernachtete ich im Hotel Matvin...laut Reiseführer wirkt das Hotel etwas verwahrlost, was ich bestätigen kann. Ausgewählt hatte ich das Hotel wegen seiner Nähe zum Dayi-Fluss, allerdings hielt die Strandbar nicht, was sie versprach. Frühstück war hier auch ein Problem vom Abendessen ganz zu schweigen...bei der Bestellung kam immer die Antwort "da muss ich erst das Management fragen"...also eigentlich sollten die Angestellten doch wissen, was sie in der Küche haben, was sie dürfen und welche Aufgaben sie haben...achso Matvin steht übrigens für die Gründer des Hotels Matilda und Vincent, die leider bereits verstorben sind und anscheinend überforderte Erben hinterlassen haben. So ähnlich verhielt es sich im "Royal Hotel" in Nyankumasi Ahenkro. Falls es jemals königlich war, ist diese Zeit längst vorbei. Auf dem Anschlag an der Zimmertür stand etwas von Frühstück, Abendessen und Souvenirverkauf...alles nicht vorhanden; und als ich am nächsten Morgen das Hotel verließ, ließ ich den Schlüssel einfach stecken, da die Rezeption gar nicht besetzt war und ich auch nirgends jemanden fand. In beiden Hotels war ich auch anscheinend der einzige Gast.

Reisen mit Gepäck ist in Ghana etwas bequemer als in Ostafrika. Man muss auch keinen extra Stuhl bezahlen. Der Kofferraum hat etwas mehr Stauraum. Manchmal ist der Gepäcktransport kostenlos, meist wird eine geringe Gebühr verlangt oder um Spende gebeten.

Apropos Spenden: In Hohoe führte mich mein Weg zufällig in das Haus von "Big deams youth association". Kürzlich fand ich auf youTube ein Video, in dem eine afrikanische Prostituierte sagte, dass sie diese Woche bereits mit 50 Männern schlief aber nur 5 mal ein Kondom benutzt hatte...was dann wohl auch die hohe HIV-Rate auf diesem Kontinent erklärt.

Und wie die Landbevölkerung über Nutzen und Gebrauch von Kondomen aufgeklärt wird, erklärte mir Abdulai Gafaru vom Projekt. Die Prospekte bekommen sie aus Accra und werden überwiegend in dörflichen Schulen verteilt. Er zeigte mir auch Zertifikate. Diese zeigen sie in den Dörfern vor, damit ihnen dort auch geglaubt wird.

In Lipke-Todome spürte ich, dass Ameisen doch gefährliche Tiere sind. Erst führte der Weg nur etwas steil und rutschig einen Berg hinauf zu einem noch im Bau befindlichen Resort unweit der Grenze zu Togo...aber dann wurde es richtig ernst. Es ging auf und ab zu den Höhlen. Und einmal war der Klettersteig von Ameisen befallen...wusste gar nicht, dass die Biester so bissfreudig sind. Ein anderes mal bin ich mit den Füßen vom Weg abgekommen und in ein Loch gerutscht. Dann ging ich mit dem Guide an einem steilen Abstieg entlang, und er warnte mich, aufzupassen, wo ich hintrete, sonst würden wir abstürzen.

An Absturz dachte ich besonders bei einem Klettersteig. Da half nur, fest zupacken, ziehen und einfach hochgehen. Und dabei kamen die Bewohner hier früher ohne Klettersteig aus. Die Höhlen dienten als Versteck der lokalen Bevölkerung in kriegerischen Zeiten, und nach Sonnenuntergang besuchten sie sich gegenseitig. Die Befestigung der Klettersteige an Hölzern und Bäumen sah nicht immer überzeugend sicher aus.

Der Wasserfall in Leklebi-Agbesia wird sicherlich nicht so häufig besucht, denn oft war der Weg zugewachsen und mussten vom Guide mit seiner Machete freigemacht werden. Daran, dass da evtl. auch Schlangen sein könnten, hatte ich während den Wanderungen gar nicht gedacht.Auf dem Weg zum Wasserfall donnerte es häufiger, und als das Ziel erreicht war, begann es zu regnen. Der Guide sagte zu mir, ich solle in der Trockenzeit wiederkommen, dann könnte man noch viel schönere und längere Wanderungen unternehmen. Die hügelige Strecke wurde immer rutschiger. Dass meine zweite lange Hose jetzt dreckig wurde, war nur das kleinere Übel...Kamera und Handy überlebten die Wassermassen nicht und mussten in den Folgetagen ersetzt werden.

Gesamtkosten des heutigen Ausflugs 161 Cedi inklusive neuer Schuhe für den Taxifahrer, die ihm während der Wanderung kaputtgingen. Und es war gut, dass sein Kumpel immer mit dabei war.

Am Folgetag fuhren wir gemeinsam von Hohoe nach Kpando, besichtigten auf dem Weg noch eine Weberei und besuchten das Affenreservat Tafi Atome. Zum Eintrittgeld kamen noch 2 Cedi für Bananen, und die Affen waren sofort zur Stelle und fraßen mir aus der Hand.

Kurz vor der Ortschaft Aveti, wo dann auch wieder die Asphaltstraße begann, hatte der gestrige Regen für so einen hohen Wasserstand gesorgt, dass die Brücke überschwemmt war. Wer hätte jetzt das Auto über bzw. durch den Fluss fahren sollen, hätte es keinen zweiten Fahrer gegeben?

Zwei Dörfer nördlich von Kpando liegt "Our Lady of Lords" eine Pilgerstätte in Agbenoxoe. Der Taxifahrer kannte sich aus und bot sich als kostenloser Guide an. Zuerst meldeten wir uns beim Vater an. Der Taxifahrer sagte, das müsse man nicht, aber hat man die Erlaubnis des Vaters, stehe man bei dem Besuch der vielen Statuen unter dem Schutz des Herrn. Die Statuen waren durchnummeriert und auf einer Tafel stand meist auch immer, was sie darstellten, und wer sie gespendet hatte. Zum Schluss sollte ich mich noch beim Vater in ein Gästebuch eintragen...hatte jetzt erwartet, dass ich aufgefordert werde, etwas zu spenden; aber diese Frage blieb aus.

Die Voltaregion ist auf jeden Fall noch einmal einen Besuch wert. Würde es nur nicht so häufig regnen. Aber der Accramarathon liegt nun mal jedes Jahr im September und damit in der Regenzeit.

Nicht zu vergessen auch Akosombo, dessen Straßenbild so gar nicht nach Afrika aussieht. Und nachts ist die Stadt sogar beleuchtet. Energie kommt aus dem nahen Lake Volta, einst der größte Stausee der Erde bis die Chinesen diesen künstlichen See anno 2008 auf Platz 2 der Weltrangliste verwiesen.

Der Staudamm (made by Italy) kann besichtigt werden. Hierzu fährt man erst zur Volta River Authority, besorgt sich für 10 Cedi eine Besuchsgenehmigung und für 20 Cedi extra ein Auto samt Fahrer und Führer, reguläre Taxen erhalten keinen Einlaß. Der Wasserspiegel pendelt hier zwischen 240 und 278 Fuß. Der Stausee wird von 4 Flüssen aus Burkina Faso gespeist und bedeckt 3,6 % der Landesfläche Ghanas. Von hier werden alle Nachbarländer beliefert. Die Anlage produziert 46 % von Ghanas Stromverbrauch.

Und nahe Akosombo fand ich beim Joggen Benjamins Bar, in der er mich stolz rumführte. Und bei diesem Vorrat kam ich dann auch gleich am nächsten Abend wieder...gönnte mir dann nicht nur 5 Bier (also gut 3 Liter), sondern auch ein Taxi für 10 Cedi für die sichere Heimkehr. Spätestens in 17 Jahren zum 100. Geburtstag vom Bier der Marke Club komme ich wieder. Auch wieder interessant: Am darauffolgenden Tag bezahlte ich im Sammeltaxi zur Voltafähre nach Atimpoku nur 1 Cedi. Der Taxifahrer machte bei 4 Fahrgästen also "nur" 4 Cedi Umsatz - und das für die doppelte Streckenlänge als von Benjamins Bar zu meinem Hotel. Dieses Phänomen fiel mir später noch einmal auf.

Und da mich Benjamin schon einmal in sein Reich mitgenommen hatte, fotografierte ich sogleich die Kasse. Schon in mehreren kleineren Geschäften Afrikas hatte ich gesehen, dass Geld völlig unsortiert in irgendwelchen Eimern oder Dosen gelagert wird...sieht irgendwie nicht nach ordentlicher Kassenführung aus.

Eine Karte nach Deutschland kostete 1 Cedi...da der Postmann aber nicht mehr genug Marken fand, klebte er dann auf einige Karten 4 Marken à 27 Pesewas also 1,08 Cedi...ob seine Kasse dann am Abend stimmte? Wobei sich die Frage stellt: Wie bezahlt man eigentlich 27 Pesewas. Im lokalen Supermarkt hatten die als kleinste Einheit 5 Pesewas...1er soll es zwar geben, wurde mir gesagt, sind aber kaum im Umlauf. Ich war froh, im Postamt von Akosombo Ansichtskarten zu finden und kaufte gleich mehrmals dasselbe Motiv. Später realisierte ich, dass in Ghana Ansichtskarten einfacher und in viel größerer Auswahl als in Ostafrika zu finden sind.

In der Hauptstadt gab es auch wieder großzügigere Geldautomaten...bei 40 Banknoten à 50 Cedi sah ich allerdings schon Wechselgeldschwierigkeiten auf mich zukommen und tauschte einen Großteil der Scheine gleich am Bankschalter um. Ich machte allerdings die Erfahrung, dass in Accra mehr Geld zirkuliert. In der Voltaregion kam es tatsächlich manchmal vor, dass man in einem Geschäft mit einem 20er oder nur 10er bezahlte, und der Ladenbesitzer daraufhin den Kunden allein im Geschäft zurückließ, um irgendwo Wechselgeld zu organisieren. Dazu eine Anmerkung aus deutschen Landen: Als ich mal mit einem Kunden über den Gebrauch von 200-Euro-Noten diskutierte, antwortete er mir, wenn ein Ladenbesitzer solche Scheine von ihm nicht annimmt, ruft er die Polizei.

Noch 2 Tage bis zum Marathon...wahrschein wäre es einfacher gewesen die Startnummer am letzten Ausgabetag dem Samstag im Labadi Beach Hotel abzuholen, von wo aus am Sonntagmorgen auch ein Shuttlebus zum Start fahren sollte und später dann auch das Ziel war. Das Büro von Axis Human Capital in der Wawa Street im Stadtteil North Dzorwulu war sehr schwer zu finden. Mehrmals stieg der Taxifahrer aus und fragte in anderen Gebäuden nach dem richtigen Weg. Wenn er eine Antwort bekam, stimmte die nicht, und auch die Taxifahrer aus dem Stadtteil konnten nicht weiterhelfen. Irgendwo erhielt er die Auskunft, dass heute schon mehrere nach dieser Adresse gefragt hätten...sicherlich andere Marathonläufer...es war also wirklich schwer.

Wir wollten schon aufgeben, da sah ich in letzer Minute ein Hinweisschild wie dieses, die sich an Kreuzungen zu hauf befinden...man beachte die Botschaft auf diesem Schild.

Und nachdem der Taxifahrer soviel Arbeit mit mir hatte, wäre er fast das ganze verdiente Geld wieder losgeworden. Nachdem er links abgebogen war, tauchten 2 Verkehrspolizisten auf der Straße auf, die das Auto stoppten und einfach auf der Rückbank Platz nahmen. Carjacking? Nein, der Taxifahrer war wirklich regelwidrig abgebogen. Nun wollte ich ihm das Geld aber nicht im Auto geben, wenn die Polizisten zusahen...dachte mir, wenn die sehen, dass er viel bekommt, werden die umso mehr kassieren, und dabei hatte der Fahrer heuer wirklich weite Strecken zurückgelegt. Ich bezahlte den Fahrer also draußen, während die Uniformierten sein Auto "bewachten", und sagte ihm, er sollte der Polizei sagen, dass er mich nur eine kurze Strecke gefahren hat. Wie er mir später erzählte, kostete ihm das falsche Abbiegen 40 Cedi. 

Übrigens: Ich hatte mir in Kokrobite mal wieder einen neuen Haarschnitt zugelegt...nur 5 Cedi beim V.I.P. Friseur (stand jedenfalls so auf dem Schild) für Very Important Runners...Teichwiesendoc Christian sagte zu mir beim Horizontweg Marathon: "Da hast Du ja fast die Reisekosten raus."

Der Veranstalter schrieb mir in einer Mail, dass besagter Shuttle um 4:10 Uhr abfahren würde, was mir bei der Startnummernausgabe auch so bestätigt wurde. Auf der Startnummer war als Abfahrtszeit 4:00 Uhr angegeben, und in der Praxis fuhr der Bus um 4:08 Uhr ab...also relativ pünktlich...
...und er schaffte es auch gerade so zum Start mit recht übersichtlichem Teilnehmerfeld...
...der recht musikalisch und mit Polizeibegleitung genau um 5:30 Uhr noch im Dunkeln stattfand...jetzt nach links und immer der Hauptstraße entlang.

10 km waren geschafft...neben Wasser gab es auch Bananen. Kilometerschilder hingen mit einer Ausnahme nur an Verpflegungsstellen.

Was Du jetzt kannst konsumieren, das verschiebe nicht auf die nächsten Kilometer. Als wir die zweite Streckenhälfte erreichten, waren die Halbmarathonies längst durch und hatten keine Bananen mehr übrig gelassen. Auf den letzten Kilometern wurden dann auch die Wasserflaschen knapp, und es musste auf diese Tüten ausgewichen werden.

Andere träumten an dieser Stelle von einem Land mit mangelndem Krankenversicherungsschutz. Häufig begegnete ich Krankenwagen mit Blaulicht...da fragte ich mich dann immer, wer kann sich das leisten...mir wurde später von einem Ghanaer erzählt, dass der Staat abzüglich eines Eigenanteils dafür sorgt. In fast jedem Auto hingen die Flaggen von Ghana und den USA...nur die Herkunft der Fahrzeuge war deutsch. Zu erkennen war das an Firmennamen und Telefonnummern auf dem Lack, oder so einem weißen Aufkleber hinten auf dem Kofferraum mit einem schwarzen "D" oder dem Rahmen ums Nummernschild...hatte in Accra auch eines vom Mercedeshändler meiner Heimatstadt Geesthacht gesichtet.

Aber die Ordnungshüter hielten uns eine Spur frei...ein enormer Aufwand für die wenigen LäuferInnen...laut Ergebnisliste gab es 28 Finisher...gehe mal davon aus, dass Platz 29 disqualifiziert wurde und nicht "Disqualified" der Name des Sportlers aus Ghana ist.
Accra International Marathon: 2013 Race Results

Die Startzeit war gut gewählt. Es wurde jetzt immer wärmer.
Nach dem Halbmarathonpunkt ging es an Containerlagern vorbei.
Auf der linken Seite war das Meer. Es war eine gute Idee, die Gutscheine für Medaille, Essen, Stoffbeutel, und was weiß ich mit Sicherheitsnadeln extra am Laufhemd zu befestigen, da sie sich mit der Zeit von der Startnummer ablösten.

Kurze Zeit führte die Strecke uns abseits jeglicher Straße am Meer entlang...hier machte Laufen richtig Spaß.
Links das Meer, rechts Straße und Gleis, dahinter eine schöne Seenlandschaft, die ich schon vom Shuttlebus aus bei relativer Dunkelheit gesehen hatte. Ich dachte erst, dass diese Sportfreundin einen speziellen Hasen hatte, da ich das Pärrchen vom Start weg häufiger überholte und bei meinem nächsten Fotostop dann wiedersah. Dem war aber nicht so. Eine wasserdichte Ausschilderung für die wenigen Sportler wäre dann doch zu aufwendig gewesen, und so stellte der Veranstalter Fahrradbegleiter. Als die Dame ihm nach dem 27-km-Punkt zu langsam wurde, gesellte sich Antoni zu mir.

Wir verließen den Strand, diese Straße entlang und dann nach links auf das Unigelände, wo sich auch das 30,5-km-Schild befand. Dann eine kurzfristige Streckenänderung, über die Antoni gar nicht informiert war. Wir wurden aber von einem Streckenposten zurückgepfiffen und auf den rechten Weg gewiesen.

Sonntagmorgen abseits der Hauptstraße: Viele Geschäfte waren geschlossen (in Ghana nimmt man das Wochenende zumindest in den Morgenstunden noch ernst, das gilt auch für den Samstag). Wen ich aber arbeiten sah, war die Müllabfuhr. Völlig überrascht lief ich an so einem Müllwagen mit Aufschrift aus den Niederlanden vorbei. Die letzten Kilometer war es dann mit der Idylle vorbei, und es ging auf eine teils stark befahrene Hauptstraße.

Jetzt war es nicht mehr weit. Immer nur Wasser...warum hatte ich mir bloß keine Cola gekauft? Und heuer hätte man ja auch nicht gleich die ganze Flasche trinken müssen. Paris erzählte mir im Ziel, dass er eine Plastikflasche bei seinem Fahrradbegleiter deponierte, und dann nur bei Bedarf einen Schluck trank.

Das Ziel war in Sicht und auf den letzten Metern konnte ich auch noch einen Sportfreund aus Ghana überholen.

Als ich vor 2 Monaten ins Internet sah, gab es eine Ergebnisliste ohne Zeiten. Mittlerweile wurde fast jedem Sportfreund eine Zeit zugeordnet...bei mir allerdings nicht, ist auch schwierig...denn beim Zieleinlauf wurde eine 4:45:38 angezeigt...als ich schon im Ziel noch einen Blick zurück auf die Laufstrecke warf,...

...zeigte die Uhr auf der Rückseite 4:45:32 an, warum jetzt 6 Sekunden weniger statt mehr?...gestoppt habe ich 4:45:39...also einigen wir uns auf 4:45 und verschweigen die Sekunden einfach.

...obwohl die Siegerehrung auf dem Hotelgelände stattfand und irgendjemand aus der Chefetage des Labadi Beach Hotels dabei zugegen war. Und für Marathonläufer gab es auch Vergünstigungen bei der Übernachtung. Als ich aber gegen 3 Uhr morgens mit dem Taxi hier ankam, wusste niemand an der Rezeption, wo der Shuttlebus abfährt, und dass es überhaupt einen gibt. Also nur kurzer Besuch am Strand und dann nix wie weg.

Mit dem Taxi ging es direkt zum Kwame Nkrumah Memorialpark; einem Afrikaner, der einen großen Anteil am Ende der Kolonialisierung hatte, viele neue Projekte wie den Voltastaudamm anstieß und dann 1972 von seiner Heimat ziemlich vergessen in Bukarest verstarb.Wie es schien, ist der Besuch ein "Muss" für Hochzeitsgesellschaften. In einem Museum wurden Fotos von Staatsbesuchen und alte Klamotten gezeigt. Dann gab noch eine geköpfte Statue und die Särge von Dr. Nkrumah und seiner Frau. Wer kein Foto wollte, konnte das Mausoleum auch von der Straße aus betrachten und das Eintrittsgeld sparen. Schilder wiesen aber darauf hin, dass das Fotografieren durch den Zaun verboten ist.

Wenige Schritte vom Memorialpark gibt es einen großen Souvenirmarkt. Unbeschwertes Schauen und Einkaufen sowie Fotografieren ist hier fast unmöglich. Überall wird man angequatscht und verfolgt. Also, eigentlich hatte ich gar nicht vor, Trommeln zu kaufen, aber eine Gruppe aus Tamale im Norden Ghanas drängte mich in ihren Laden und zeigte mir einige Schlagkombinationen. Nachdem wir uns über den Preis einig waren, wurden ich und die Trommeln zur Werkstatt nebenan gebracht und mein Name eingemeißelt. Ich zahlte 50 % an, und holte die Instrumente an meinem letzten Tag in Ghana ab.

Das sorgte erneut für Streß. Denn das Taxi hatte noch gar nicht angehalten, als Souvenirhändler das Auto umzingelten und ihre Waren anpriesen. Würde ich den Weg zu den Trommelhändlern heil überstehen? Ich flüchtete in ein nahes Restaurant und rief die Händler an, dass sie ebenfalls hierher kommen mögen. Von allen Souvenirhändlern in Afrika sowie der Türkei, die ich bisher erlebt hatte, war dieses eindeutig der schlimmste Markt, wobei die Preise nicht übertrieben teuer waren...mit Ausnahme der T-Shirts...angeblich waren sie Original...sagten mir einige Händler an anderen Straßenecken auch und zeigten mir eingestanzte Labels. Aber wie will und kann ich kontrollieren, was Original und was Kopie ist?

Die Sicherung des Copyrights ist auch nicht einfach. Hatte mir ein Stück im Nationaltheater angesehen. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass Fotoaufnahmen nicht gestattet seien. Soweit ok, dachte, ich könne später eine CD vom Stück erwerben. Gab es aber nicht; eine Frau vom Ensemble sagte mir, würden sie hier eine CD verkaufen, gäbe es in kürzester Zeit unzählige Kopien. Einer vom Ensemble notierte meine Handynummer und wollte mich anrufen, was aber nicht geschah. Die Angst, dass das Copyright in Ghana nicht gesichert werden kann, war wohl doch zu groß.

Sicherlich aus dem gleichen Grund darf man im Museum der Sklavenburg von Cape Coast nicht fotografieren. Einen Text habe ich mir jedoch gemerkt...klingt er doch im Ebolazeitalter etwas irre..."weil die Schwarzen in den USA so stark unterdrückt wurden, machten sich einige Gruppen im Jahre 1800 auf den Weg nach Liberia und Sierra Leone". Zweihundert Menschen "lebten" einst in einem der düsteren Kerkern dieser Burg. Habe mal mit Meterschritten überschlagsmäßig nachgemessen...schätze den Raum auf 20 bis 30 Prozent größer als meine Wohnung, da hausen aber nur 2 people.

Bis zu drei Monate mussten die armen Menschen hier aushalten und auf ein Schiff warten, was sie in die "neue Welt" brachte, und standen in ihrer Scheiße bzw. den Hinterlassenschaften der Mitsklaven. Toiletten gab es nicht, und als die Burg schließlich geräumt wurde, hatte der See eine Höhe, bis wo jetzt die Markierung ist. Um die Höhe besser einschätzen zu können, habe ich das Foto noch schnell gemacht, als der Guide die Geschichte erzählte.

Auch Soldaten sind mal einsam. Sklavinnen, die sich ihnen verweigerten, kamen in eine extra Zelle...war für 8 Frauen ausgelegt...wobei ich mir die Frage stelle, wenn die wochenlang in Exkrementen standen, ob das mit denen auch nach erfolgter Köperreinigung ein Vergnügen war...ich denke da nur an den Chlorgeruch nach dem Schwimmbadbesuch oder den Duft vom Zwiebelschneiden, diese Gerüche überstehen ja auch jede 08/15-Dusche. Wie dem auch sei, der Guide sagte der Gruppe, wurde eine Frau schwanger, durfte der Soldat entscheiden, ob er mit ihr zusammenbleiben wollte. Die Kinder wurden auf jeden Fall in die burgeigene Schule gebracht. Wurde eine Schwangerschaft erst auf dem Schiff nach Amerika festgestellt, ging die Frau über Bord.

Viele Nachfahren der ehemaligen Sklaven besuchen die Sklavenburgen und legen Kränze nieder. Auch Präsident Obama und seine Frau waren am 11. Juli 2009 hier. Michelle Obama vermutete, dass ihr Ur-Ur-Ur-...Großvater hier früher unfreiwillig zu Gast war. Auch Burgen konnten Opfer einen Überfalls werden. Und um Überraschungen vorzubeugen, saß im Vorhandyzeitalter jemand in einem Raum und schaute ständig aus dem Fenster. Zu sehen gab es eine Burg, die wesentich höher gelegen war und bessere Aussicht auf das weite Meer hatte. Mittels Flaggen wurde kommuniziert und evtl. Feinde angekündigt.

Das gleiche Prinzip gab es beim St. Georges Castle in Elmina...mit dem Sammeltaxi für 2,10 Cedi von Cape Coast erreichbar...dem geschichtlich wichtigsten Bauwerk der Europäer in der tropischen Welt. Die Burg wurde 10 Jahre bevor Columbus Amerika entdeckte gebaut und beherbergt auch die älteste bekannte christliche Kapelle in Afrika außerhalb von Äthopien. Genauso wie in Cape Coast wurde diese Burg von einem höhergelegenen Fort bewacht. Im Museum von Cape Coast sind sämliche Burgen Ghanas aufgelistet und mit einem oder gar keinem Stern als interessant bzw. nicht so interessant gekennzeichnet. Nur die Burgen in Elmina und Cape Coast haben 2 Sterne...sind also geschichtlich und auch touristisch wohl die Wichtigsten.

Die Kerker waren in Elmina noch größer und für 500 Sklaven ausgelegt gewesen. Heute zählt diese Räumlichkeit zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wer nicht hören wollte, musste sterben...jedenfalls galt das für Sklaven. Wurden sie erst in den speziellen Raum gesperrt, kamen sie nur noch als Leiche wieder raus. Es gab weder Essen noch Trinken, und es war stockdunkel...daher auch der Totenkopf über der Eingangstür. In Cape Coast gab es auch auch so einen Raum, allerdings kam man wieder zurück. Der Guide hatte die Besuchergruppe dort hingeführt und für wenige Sekunden das Licht ausgeschaltet, so dass wir die wahre Dunkelheit spüren konnten.

Auch in Elmina gab es eine "Door of no return". Und die war nichts für dicke Leute, aber es gab ja auch wochenlang zuvor nur schmale Kost. In diesem Raum befanden sich auch wieder zahlreiche Kränze...hauptsächlich von US-Amerikanern mit afrikanischen Wurzeln. In beiden Burgen hing eine Tafel, die ich an dieser Stelle zitieren möchte:

"IN EVERLASTING MEMORY
OF THE ANGUISH OF OUR ANCESTORS.
MAY THOSE WHO DIED REST IN PEACE.
MAY THOSE WHO RETURN FIND THEIR ROOTS.
MAY HUMANITY NEVER AGAIN PERPETRATE
SUCH INJUSTICE AGAINST HUMANITY.
WE, THE LINING VOW TO UPHOLD THIS."

Wer mal in diese Gegend kommt, ein Besuch der beiden Sklavenburgen lohnt auf jeden Fall. Genauso wie die längere Taxifahrt nach Assin Manso, einem von 5 ehemaligen Sklavenmärkten Ghanas und zugleich der Südlichste. Vielleicht ist dann auch das dortige Museum fertig, was sich zur Zeit noch im Aufbau befindet. Hier durften die Sklaven im Fluss Nnonkor Nsuo ihr letztes Bad nehmen, bevor sie in den Kerkern von Cape Coast und Elmina landeten. Wer es nicht mehr schaffte, landete im Massengrab neben dem Fluss. Zusätzlich zum Eintrittsgeld wurde um eine kleine Spende eben zum Aufbau dieses Museums gebeten.

Die Gegend um Cape Coast bietet natürlich auch nicht so traurige Reiseziele: Da gibt es zum Beispiel die etwas abgelegene Ortschaft Mesomagor, in der ich zwar keinen Handyempfang hatte, die aber eine eigene Internetseite besitzt Mesomagor. Es werden viele Aktivitäten angeboten.

Zu erwähnen ist auch der Kakum Nationalpark mit einem Canopy Walkway bestehend aus 7 Brücken. Die Anlage wurde vor 20 Jahren von den Kanadiern gebaut. Bretter und Netze wiesen einige Löcher auf und werden jetzt bei laufendem Betrieb erneuert. Sorge machte mir dann aber eher der Zustand der Bäume. Werden sie regelmäßig kontrolliert? Was ist, wenn einer umfällt? Dann würde ja im Prinzip alles zusammenbrechen. Auf jeder Plattform gab es einen Mülleimer. Und je nachdem auf welche Bretter man trat, konnte es auch dort recht wacklig werden. In den 40 Cedi Entrittsgebühr war auch ein Museumsbesuch inklusive. Bevor ich richtig angekommen war, entdeckte ich im Souvenirshop bereits das Finishershirt. Davon habe ich genug...aber es gab auch Tassen...zum Glück kaufte ich gleich 2, denn die Qualität des Aufklebers war so schlecht, dass er sich gleich bei der ersten Wäsche ablöste, die zweite Tasse staubt jetzt in der Vitrine vor sich her. Es bleibt also dabei: Souvenirs abgesehen von T-Shirts und Handarbeiten darf man in Afrika nur in dem einen Geschäft in Arusha / Tansania kaufen. Ich kaufte Artikel für insgesamt 56 Cedi und der Typ wollte ganz afrikauntypisch gar nicht handeln und gab mir dann als Geste seines guten Willens (was er extra betonte) 1 Cedi Rabatt. Er hatte auch noch ein Buch über die Burg in Cape Coast, das habe ich dann bei seinem Nachbarn gekauft...war dort eh 10 Cedi günstiger.

Auch in der Nähe befindet sich die Straußenfarm in Efutu-Mfuom 15 km südlich von Kakum, wo man diese Tiere füttern kann. Die Krokodile im Hans Cottage Botel waren allerdings nicht hungrig, und verschmähten das angebotene Hühnchen. Hier sollte es möglich sein, Krokodile zu streicheln, wann sie denn angebissen hätten. Der Wanderweg um den Teich mit seinen Bänken für Zuschauer bzw. Abstellmöglichkeit für Verpflegung würde sich auch zum Laufen anbieten...vielleicht kommen beim Anblick der Waden dann auch die 60 bis 70 hier lebenden Krokodile aus ihren Verstecken.

Nahe dem Memorialpark in Accra gibt es auch ein vegetarisches Restaurant. Und damit sind wir beim Thema Essen. Gerichte in Ghana sind scharf gewürzt. Sogar beim Chinesen in Accra gab es Chili zu den Frühlingsrollen.

Neben Star (laut Aufkleber auf der Flaschenrückseite "Ghana's Favourite Beer";) wird hauptsächlich Club ("The Truly Ghanaian Beer";) getrunken. Beides gibt es in 625ml Flaschen für 4 bis 5 Cedi. Hatte in einer Bar in Kpando aber auch ein Star für nur 3 Cedi bekommen.

Bei der Hitze in Ghana braucht es auch ausreichend kühles Bier. Selbst günstigere Hotels haben Ventilatoren. Man sieht sie auch in Kirchen und Museen. Mehrmals beobachtete ich, dass Händler in ihren Läden ein hitzebedingtes Nickerchen einlegten und nicht immer wachzubekommen waren.

Und für wen das jetzt alles zuviel ist, fand ich in Akosombo den passenden Satz:

Zu Risiken und Nebenwirkungen gilt nach wie vor: Fragt Eure Ärzte und Apotheker!

дружба
Товарищ René
in Europa zu Hause
manchmal auch in der großen weiten Welt zu Gast