Antarktis Marathon

erster Flugversuch in die Antarktis

Schlaf im Flieger zur Antarktis

Vortrag des Piloten über Vorschriften und Sicherheit

zweiter Versuch für einen Flug in die Antarktis

Landung in der Antarktis

der Antarktis-Tower auf einem Hügel

Jürgen bei der Verpflegungsstation beim Zeltlager

der älteste (77) und die jüngste (12) MarathonläuferIn in der Antarktis

russische Forschungsstation mit Kapelle

Pinguine, die eigentlichen Bewohner der Antarktis

mit den Zodiaks zu den Pinguinen

Ausflug mit den Zodiaks

Pinguin Siedlung

Noch nie war es so schwierig, einen Marathon zu laufen, wie dieses Jahr nach den 6 Marathons auf 6 Kontinenten in 6 Tagen. Die 6 Marathons und die Reise zu den 6 Kontinenten war hervorragend organisiert und alle Marathons konnten ohne Probleme mit Erfolg gelaufen werden. Nur der 7. Kontinent, die Antarktis, hatte es in sich. Von Punta Arenas/Süd-Amerika ist es ein nur 2 stündiger Flug, der allerdings voll vom Wetter abhängt, da in der Antarktis keine Landehilfen vorhanden sind.

In Punta Arenas waren wir aus Zeitgründen abends um 18 Uhr unseren dort geplanten Marathon gelaufen und um 2 Uhr des Nachts ging es nach dem Duschen und dem Umpacken zum dortigen Flugplatz. Die Maschine flog allerdings erst um 5 Uhr, da schlechtes Wetter angesagt war. Im Fluge holte ich mir noch ein wenig Schlaf, um für den letzten Marathon gewappnet zu sein. Bei der Landung waren die Wetterverhältnisse dann erstaunlich gut. Vor 18 Jahren war ich schon einmal in der Antarktis, aber nun gab es dort Straßen, Autos und sogar einen neuen Terminal. Alles wurde fotografiert, um es meinen Freunden zu zeigen, wie die Antarktis inzwischen erschlossen sei. Erst beim Einstieg in den Bus bemerkte ich, dass wir gar nicht in der Antarktis gelandet, sondern wieder zurück geflogen waren - was für eine Enttäuschung!  Mit langen Gesichtern ging es zurück zum Hotel.

Wir wurden auf den nächsten Tag vertröstet, jedoch das Wetter war nicht besser. Einen Tag später fuhren wir zum Flugplatz und harrten dort 12 Stunden aus, um jederzeit flugbereit zu sein. Auch dies half uns wenig. Am nächsten Tag kam sogar der Flugkapitän in unser Hotel und berichtete über seine Vorschriften und die Sicherheit des Luftverkehrs. Noch nie war so lange schlechtes Flieger-Wetter. Die ersten Läufer reisten ab, da weiteres Warten riskant war. Ich wollte bis zur nächsten Woche warten, denn eine Wiederholung des Marathons würde sehr viel Zeit und Geld kosten. Für das Wochenende war auch noch Schnee angekündigt worden.

Doch am Vormittag des 5. Tages hieß es plötzlich Sachen packen und ab zum Flugplatz. Beide dort stationierten Maschinen waren startbereit und ab ging es endlich doch noch in die Antarktis. Der Flug verlief dann auch ohne Schwierigkeiten. Die dortige Landebahn war eine Schotterpiste und der Tower bestand aus einem rot/weißen Gebäude auf einem Hügel. Von früheren Zeiten lag neben der Landebahn eine bruchgelandete Militärmaschine. Zu Fuß ging es dann auf Schotterpfaden zu unserem Zeltplatz, der in der Nähe der chinesischen Forschungsstation lag. Die kalte Luft brannte durch den Salzgehalt auf unseren Gesichtern, die wir mit einem Mundschutz schützten. Ein Küchenzelt ohne Aufenthaltsraum sorgte für warme Speisen. Unsere Schlafsäcke verhinderten ein Erfrieren, warm waren sie trotz der Max-Temperaturen von -24 Grad auch nicht. Da Nichts und auch gar Nichts in der Antarktis zurückbleiben durfte, gab es spezielle Hinweise für unseren Stuhlgang, der zur Entsorgung nach Punta Arenas zurückgeflogen werden musste - eine ganz eigene Welt auf unserem Planeten.

Der Marathon begann um 5 Uhr in der Frühe und bestand aus 7 km Runden - vorbei an den Forschungsstationen der Chilenen, Russen und Chinesen. Das Gelände war bergig und es gab an einigen Stellen auch noch Eis. Zusätzlich zu unserer 7 Kontinente-Gruppe gab es noch etliche weitere Läufer beim Marathon und bei einem zusätzlichen 50 km Lauf. Da ich meinen Eintrag in das Guinness-Buch als ältester Marathon-Läufer in 7 Kontinenten nicht gefährden wollte, habe ich auf die zusätzliche Runde mit Zuschlag verzichtet. Im Ziel gab es eine sehr schöne Medaille mit Seelöwen und Pinguinen, nach denen der Marathon benannt worden war. Vor dem Rückflug gab es dann noch eine Schlauchbootfahrt mit den Zodiaks zu den Pinguin-Kolonien. Der anschließende Rückflug nach Punta Arenas war um 20 Uhr, jedoch sollte unser Rückflug in die Heimat schon um 15:20 Uhr sein. So begann unser nächstes Abenteuer, wieder nach Hause zu gelangen.

Da die Zeit zum Rückflug knapp werden könnte, hatte ich alle meine Sachen mit zur Antarktis genommen und auf dem Rückflug gleich meinen Schlafsack verschenkt. So kam ich mit 3 weiteren Marathonis zum Rückflug-Schalter. Man meinte, man könne für uns nicht mehr tun, als uns nach Santiago de Chile beim Nachtflug mitfliegen zu lassen. Dort angekommen, jammerten wir unser gleiches Lied, was uns einen Früh-Flug nach Lima bescherte. Nach einem 16-stündigen Aufenthalt auf dem internationalen Flugplatz in Lima konnten wir schließlich bis nach New York weiter fliegen. Dort hatte ich zunächst Pech. Man fühlte sich für unsere Verspätung in der Antarktis nicht verantwortlich und ich sollte fast 400 $ für einen einfachen Flug nach Florida bezahlen. Ich ging zum nächsten Schalter und berichtete von unserem Missgeschick. Man konnte es kaum glauben - einen Marathon in der Antarktis zu laufen. Nachdem ich versprochen hatte, bei einem nächsten Mal rechtzeitig anzurufen, gab man mir nicht nur das Ticket für den Heimflug, sondern wertete mich auch noch zum Ehrengast in der Business-Klasse auf. Meine Rollersporttasche wurde bei all diesen Flügen immer gleich weiter geordert, so dass ich nur die Wechselkleidung nach dem Lauf anhatte, aber nicht einmal meinen Laptop dabei hatte, um diesen Bericht schon einmal vorzubereiten. Bei der Personenkontrolle musste ich meine Daunen-Jacke ausziehen und hatte so noch das saubere Ersatz-Marathon-T-Shirt an. Dies gab erneut Anerkennung beim Sicherheitspersonal. So war der Abschluss dieser 7 Marathons auf 7 Kontinenten für mich noch ein kleiner Höhepunkt, auch wenn aus den geplanten 7 Tagen durch das schlechte Wetter in der Antarktis und die dadurch bedingte Flug-Verzögerung 12 Tage wurden. Diese Zeit kann dann eine Herausforderung für das kommende Jahr werden. Der bisherige Rekord für 7 Marathons in 7 Kontinenten lag bei 21 Tagen und ist damit mit unserer Gruppe gebrochen worden.

Selbst habe ich immerhin 5 Marathons auf Kontinente gelaufen. Nach wie vor eine außergewöhnliche Marathon-Reise, die von allen erstaunlich gut und mit Bravur gemeistert wurde. Selbst fühle ich mich um Jahre verjüngt und habe mich gleich bei weiteren Wettkämpfen angemeldet.